Vertrauen

Gelebter Glaube in Mennoniten-Familien damals und heute

Autorin: Nelly Gerber-Geiser

‘Für Spys und Trank, für d’s täglich Brot, mir danke dir, o Gott‘. Das Essen ist auf dem Tisch, die Dreigenerationen-Familie wieder einmal vereint und hungrig – es ist Sonntag, anfangs November im Jahre 2013. Dabei wird den Grosskindern etwas mitgegeben vom Glauben, der den Grosseltern wichtig ist. Es wird ein Lied angestimmt, das zwar nicht alle kennen, jedoch von allen respektiert wird. Einige der Familienmitglieder waren am Vormittag im Gottesdienst, ein Grosskind in der Sonntagschule. Glauben säen und wachsen lassen:

 

…damit die künftige Generation ihn kenne… damit sie aufstünden und es ihren Kindern erzählten und diese auf Gott ihr Vertrauen setzten, seine Taten nicht vergässen und seine Gebote bewahrten – Psalm 78:6-7.

 

Sonntagsvorbereitung

‘Wir können am Morgen nicht mehr miteinander die Bibel und die Losungen lesen, alle gehen zu einer anderen Zeit aus dem Haus. Das ist heute so‘. So die Aussage einer Mutter in den 1960er Jahren

Weiter meint sie: ‚Auf dem Bauernhof zur Zeit meiner Kindheit war das nicht denkbar, dass man sich am Morgen nicht um den Tisch getroffen hätte zum Gebet. Gleicherweise am Abend, da waren alle da, wir waren viele, immer 12 und mehr, die andächtig dem Vater, der in der Familienbibel las, zuhörten und sich verneigten zum Gebet. Dass der Glaube weitergegeben wurde, in der Familie, in der Schule und in der Gemeinde, war den Eltern wichtig.

 

Als älteste einer grossen Familie musste ich beim Vorbereiten des Sonntags tüchtig mithelfen: ganze Reihen von Schuhen standen bereit zum Putzen und Wichsen, Kleider mussten noch gebürstet, Böden gescheuert, die Umgebung in Ordnung gebracht werden, kleine Geschwister warteten auf das Bad im Zuber in der Küche, der Teig für den Kuchen war auch noch nicht bereit. Bald roch es nach Seife, Wichse, Zopf, Kuchen und Suppe. Soviel wie möglich wollten wir für den Sonntag vorbereitet haben, so dass wir Zeit und Ruhe fanden für den Gottesdienstbesuch (nach dem Mittagessen) und  für Begegnungen mit Verwandten und Glaubensgeschwistern. Fast jeden Sonntag bekamen am Familientisch auch Gäste Speis und Trank‘.

 

Gastfreundschaft

Auf täuferischen Bauernhöfen wurde Gastfreundschaft gepflegt, sonntags und werktags. Kam ein Hausierer vorbei oder ein Arbeitsuchender, was etwa vorkam, bekamen diese eine kräftige Mahlzeit. Oft lebte für einige Zeit ein obdachloser Alkoholiker im Haus und bekam gegen Arbeit Essen und Bett. Ihnen wurde bald warm an Leib und Seele am Familientisch und beim Zuhören der vielstimmigen Lieder, die zum Harmoniumspiel erklangen.

 

 

 

Räume für Gottesdienst, Gebet und Gemeinschaft

Autorin: Beate Zipperer

Heutzutage ist es völlig normal, dass Gemeinden eigene Gemeindezentren besitzen. Also Räume, in denen sich das Gemeindeleben abspielt. Genauso normal ist es auch, sich mit anderen Gemeinden Räume zu teilen. Doch im Verlauf der mennonitischen Geschichte gibt es eine reichhaltige Liste von Räumen, in denen sich Gemeinden versammelten. In Zeiten der Verfolgung traf man sich in verborgenen Höhlen oder unter großen alten Bäumen, manchmal einfach auch auf weiter Flur oder sehr heimlich in Privatquartieren der Gemeindeglieder. Das gilt auch für Gemeinden im südlichen Deutschland. Später fanden die Gemeinde-Treffen in gewöhnlichen Gebäuden statt. Das konnten Höfe, Häuser, Wirtschaften, Scheunen, Lagerhallen oder jedes andere Gebäude sein.

Es entwickelte sich keine eigene ‘mennonitische Architektur‘ im eigentlichen Sinne, obwohl man ’klassische‘ Merkmale in mennonitischen Versammlungs- und Bethäusern findet. Diese Merkmale entstanden, weil der Versammlungsort von der Theologie, von der gottesdienstlichen Praxis, sowie den wirtschaftlichen und politischen Einschränkungen der Glaubensgemeinschaft bestimmt wurde. All diese von Gemeinden genutzten Räume erfüllen einen einzigen, aber wesentlichen Zweck: die Gemeinde versammelt sich darin, um Gottes Wort zu lesen, von Gottes Wort zu hören, Gottes Wort auszulegen und um Gottes Wort mit Leben zu füllen. Folgerichtig werden Taufe und Abendmahl darin gefeiert ebenso wie gemeinsame Mahlzeiten eingenommen. Je nach Gemeindegröße entwickeln sich Möglichkeiten neue Versammlungsräume, nach den gemeindeeigenen Bedürfnissen zu errichten oder Räume anzumieten, die den Gemeindeansprüchen dienen. Einige Gemeinden in Süddeutschland haben eigene Gemeindezentren (z.B. Ingolstadt, Regensburg). Andere sind in ‘Untermiete‘ bei anderen Gemeinden (z.B. Augsburg, München).

 

Keine heilige Orte

Die genutzten Räume sind also keine ‘ausschließlich heiligen Orte‘, sondern es sind meist überdachte Räume, an denen die Gläubigen Gott und einander dienen. Die Beziehungen zwischen Menschen innerhalb der Gemeinde prägen die Atmosphäre der Räumlichkeiten und bringen sichtbar und spürbar die gelebte Beziehung zu Gott und zueinander zum Ausdruck. Gottesdienst und Versammlung der Gemeinde in Jesus Christus verleihen dem Ort, dem Raum also seine Bedeutung.

 

Offene (W)Orte als Chance

Im Jahr 2013 öffneten wir unsere Räume für die Mittagsbetreuung von Schulkindern, da die Stadt die Schule umbauen und sanieren musste. Es ergaben sich gute Gesprächsmöglichkeiten mit Verantwortlichen der Stadtverwaltung ebenso wie zu Betreuern, Eltern und Kindern, die über drei Monate in unserem Gemeindezentrum zu Gast waren. Offene Orte können also eine Chance sein, offene Worte über Jesu Rettungsbotschaft (wieder) neu ins Bewusstsein anderer Menschen zu bringen.

Die Kirchenskulptur in Witmarsum

Autor: Gerke van Hiele
Übersetzung: Martje Postma 

Am Denkmal für Menno Simons (1878) an der Straße It Fliet in Witmarsum ist eine Kirchenskulptur errichtet worden (2008). Der Architekt ist Joute de Graaf, zu dem Zeitpunkt der Vorsitzende der Stiftung für Mennonitische Denkmäler, 'Stichting Doopsgezinde Monumenten', in Friesland. Es ist eine Wiedergabe der Umrisse der alten Predigtstätte, 'Minne Siemens oud preeckhuis', die ursprüngliche 'Ermahnung' ( in den Niederlanden gebräuchliche Bezeichnung für mennonitische Kirchen) wurde in 1879 abgebrochen. Es wurde darauf Wert gelegt, dass es keine umschlossene Kirche geworden ist, sondern vielmehr ein offener Raum, in dem Licht, Wind und Regen offenes Spiel haben. Neben einer Pilgerstätte ist Witmarsum jetzt noch mehr zu einem offenen Ort der Besinnung und Begeisterung in der Weite der friesischen Landschaft geworden.

 

Spiritualität

Für viele ist diese Kirchenskulptur eine gute Anregung, über die Bedeutung der mennonitischen Tradition nachzudenken. Die Kirche ist eine Station eines Meditationsweges in Mennos Herkunftsland, der drei zentrale Momente seines Lebens berührt. Der Weg beginnt bei der Domkirche in Witmarsum, es ist der Ort wo Menno damals, im Jahr 1536 die Tür hinter sich verschloss. Dieser Augenblick kennzeichnet die täuferische Bewegung als eine Bewegung der Erneuerung. Darauf folgt die alte kleine versteckte Kirche in Pingjum, der Ausdruck einer Geschichte der Verfolgung und der Zerrissenheit. Die Täufer wurden zu den 'Stillen im Lande'. Zum Schluss erinnert die offene und vielfarbige Kirchenskulptur uns an unseren Auftrag, uns auf die Suche zu machen nach einer zeitgemäßen Gestaltung unseres Gemeindelebens, wo immer wir wohnen auf der Welt.

 

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Früher kamen ausländische Besucher voller Erwartung an diesen Ort, doch verließen ihn ein wenig enttäuscht. Neben dem Denkmal steht dort jetzt diese kleine, stilvolle und offene Kirche, als Hinweis auf die täuferische Art und Weise, Kirche und Gemeinde zu sein. Das Gerippe steht da. Für uns kommt es darauf an, voller Vertrauen weiterzubauen an einer authentischen Glaubens- und Lebenspraxis.

 

Täuferische Merkmale

Selbstverständlich kann man bei diesen täuferischen Konturen zunächst einmal an die   Shared Convictions, die gemeinsamen Grundlagen (MWC 2009), denken, doch ebenso an die verschiedenen Strukturelemente unserer Tradition, wie Taufe und Abendmahl, Jüngerschaft, selbständige Gemeinden, Friedensarbeit usw. Daneben könnten wir auch an die sieben von Augsburger genannten Glaubenspraktiken denken: radikale Verbundenheit, feste Treue, stetige 'Gelassenheit', gelebte Demut, robuste Gewaltlosigkeit, konkrete Dienste, ein authentisches Zeugnis.

 

Referenzen: David Augsburger, Dissident discipleship, A spirituality of self-surrender, love of God and love of neighbor, (Grand Rapids 2006). F.Stark, E.J.Tillema (Hrsg.)

Kracht van een minderheid (Zoetermeer 2011). G.J.J. Van Hiele, 'De zevensprong. Over doperse spiritualiteit', in Doopsgezinde Bijdragen 34 (2008), 127-152.

 

 

Kolonien

Autorin: Svietlana Bobileva
Übersetzung: Martje Postma 

Katharina die Große lud die Mennoniten nach Russland um die neuen Gebiete des russischen Zarenreiches zu entwickeln. Ausgewählt waren sie als tüchtige Landwirte und so bekamen sie Land, Geld zum Reisen und um sich heimisch zu machen. Sie brauchten keinen Militärdienst zu leisten und sie erhielten ein gewisses Maß an Bürgerrechten und Selbstverwaltung.

 

Die Kolonien in Jekaterinoslaw, Alexandrowsk und Molochansk

Die ersten 228 mennonitischen Familien kamen aus Preußen in die Provinz Jekaterinoslaw. Sie gründeten acht Kolonien: Chortitza, Einlage, Rosenthal, Kronsweide, Neuendorf, Schoenhorst, Neuenburg und die Niederlassung auf der Insel Chortitza. Die nächste Einwanderergruppe (118 Familien) kam in den Jahren 1793-1796 in das Gebiet von Nowomoskowsk und Alexandrowsk. Zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts siedelten sich 150 mennonitische Familien in der Provinz Taurien an (1804), wo sie ihre Dörfer am Ostufer des Flusses Molotschna errichteten. Von 1804 – 1806 ließen sich weitere 365 mennonitische Familien in diesem Distrikt nieder. In den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts gründeten die Mennoniten 27 Kolonien in Molotschna: Halbstadt, Tiegenhagen, Schoenau, Fischau, Lindenau, Lichtenau, Muensterberg, Altona, Tiege, Orloff, Blumenort, Muntau-Ladekop, Mariental, Rudnerweide, Franzthal, Pastwa, Grossweide und Blumstein.

 

Im Jahre 1835 wurden fünf weitere Bergtal Kolonien (145 Familien) in der Gegend von Alexandrowsk gegründet. In 1852 wurden sie zusammengefasst in dem dritten mennonitischen Distrikt Mariupol. Als die 'Doukhoboren', russische Sektierer, weiterzogen in den Kaukasus, übernahmen Vertreter der alt-flämischen Gemeinde Gnadenfeld in Preußen ihre verlassenen Ländereien, und gründeten Gnadenfeld als mennonitische Wolost im mennonitischen Distrikt Molochansk.

 

Samara und Wolhynien

Mennoniten aus Danzig, Marienburg und Elbing siedelten sich ab 1850 in der Provinz Samara an. Im Jahre 1874 gab es dort 16 Kolonien. Einige mennonitische Siedlungen gab es in der Provinz Kiew (das Dorf Michalin), und in Wolhynien (Karlsweide, die Schweizer Mennonitensiedlungen). In 1870 betrug die Gesamtzahl der Mennoniten aus Danzig und den preußischen Gebieten, die nach Russland übergesiedelt waren, insgesamt 2300 Familien.

 

Neue Einwanderungswellen durch Landnot

Die wirtschaftliche Entwicklung und das Bevölkerungswachstum führte zu Verknappung des Agrarlandes. Das 'Erbschaftsgesetz' (1866) machte die Aufteilung von ererbtem Land möglich, doch konnte es den Mangel an Agrarland nicht beseitigen. Doch die Mennoniten kauften Ländereien der Adelsfamilien auf, nach 1861, als die Leibeigenschaft abgeschafft wurde. Einige neue Gruppen von Kolonien wurden in Russland gegründet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Gesamtzahl der mennonitischen Bevölkerung im Russischen Reich 104.000. Die meisten Mennoniten lebten in Jekaterinoslaw, Taurien und den Samara Provinzen. Die größten mennonitischen Kolonien waren: Chortitza (1800 Einwohner) Rosenthal (1226), Neuendorf (1121), Osterwick (3100), Einlage (1258) (in der Provinz Jekaterinoslaw). Halbstadt (915) und Waldheim (946) (in der Provinz Taurien).

 

Bild: Wally Kroeker, An Introduction to Russian Mennonites: A story of flights and resettlements to homelands in the Ukraine, the Chaco, the North American Midwest, Germany and beyond. (Good Books, PA, 2005).

Schlüsselmomente in der Geschichte der polnischen Mennoniten

Autor: Michał Targowski
Übersetzung: Martje Postma 

Von dem hoffnungsfrohen Augenblick ihrer Ankunft im 16. Jahrhundert bis zu dem traurigen Moment ihres Auszugs im Jahre 1945 waren die Mennoniten ein wichtiger Teil der mühevollen Geschichte Polens, das einstmals Heimat der größten mennonitischen Bevölkerungsgruppe der Welt war.

 

Willkommen geheißen und gefürchtet

In der Mitte des sechzehnten Jahrhunderts ließen sich die ersten Mennoniten in Polen nieder. Ihre Übersiedlung aus den Niederlanden an die Ufer der Weichsel rief bei der örtlichen Bevölkerung unterschiedliche Reaktionen hervor. Einerseits wurden sie als Bedrohung angesehen, für die katholische Kirche und für andere protestantische Kirchen, und in den Städten als gefährliche Konkurrenten für Händler und Handwerker. Andererseits wurden sie willkommen geheißen, aufgrund ihrer Fähigkeiten als Ackerbauer in sumpfigen Gebieten. Von Zeit zu Zeit wünschten Städte, Bischöfe und der Adel den Wegzug der Mennoniten, doch sie blieben in Polen, unterstützt von Königen, Großgrundbesitzern und Gutsverwaltern.

 

Im Gegensatz zu anderen Staaten in den frühen Zeiten der Moderne, war Polen berühmt für seine Gewährleistung religiöser Toleranz. 1642 erhielten die polnischen Mennoniten ein Sonderprivileg, das ihnen Glaubensfreiheit und Schutz gegen Verfolgung versprach. Doch dies schützte sie nicht vor den Nördlichen Kriegen, die in jenen Gegenden im 17. und 18. Jahrhundert stattfanden, und die zu einer Dezimierung oder sogar gänzlichen Auslöschung vieler mennonitischen Siedlungen führten, zerstört zurückgelassen von marodierenden Truppen und Epidemien.

 

Verlorene Freiheit

Mehr als zweihundert Jahre lang war der polnisch-litauische Staatenbund Ort der Geborgenheit für die Mennoniten, wo sie entsprechend ihres Glaubens und ihrer Traditionen leben konnten. Das änderte sich grundlegend mit den polnischen Teilungen 1772 und 1793, als ihre Wohngebiete ein Teil des Königreichs Preußen wurden. Die neue Königsherrschaft erlegte den Mennoniten neue Regeln auf, sie mussten jährlich hohe Geldbeträge zahlen, um der militärischen Dienstpflicht zu entgehen, ihnen wurde nicht gestattet, Bauernhöfe zu kaufen, die nicht vorher schon mennonitisches Eigentum gewesen waren. Dies führte zu einer neuen Wanderbewegung aus Żuławy und dem Gebiet der Weichselmündung, weiter nach Osten. Einige mennonitische Familien ließen sich nieder in Płock und Warschau, doch die meisten folgten der Einladung der Zarin Katharina der Großen, die russischen Steppen urbar zu machen. Die in Preußen verbliebenen Familien identifizierten sich mehr und mehr mit den Deutschen, und in 1870 unterlagen sie endgültig in ihren Bemühungen, der Wehrpflicht zu entgehen. Inzwischen begann für viele Mennoniten eine neue Migration aus Preußen, nach Nord- und Südamerika.

 

Nach dem Ersten Weltkrieg waren die Mennoniten, die in Żuławy und in der Weichselniederung lebten, getrennt durch die neu gezogenen Grenzen der Republik Polen, Deutschland und die Freie Stadt Danzig. Als Deutsche betrachtet, und daher später als verantwortlich für die Katastrophen des Zweiten Weltkrieges, wurden sie Anfang 1945 gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Sie flohen, zumeist nach Deutschland oder in die Vereinigten Staaten. Auf diese Weise erlitt ihre mehr als 400jährige Existenz ein dramatisches und schmerzvolles Ende.

 

 

Wenn der Tod zu neuem Leben führt!

Autor: Martin Podobri

Es war Sonntag, der 10.10.2010. Ein letztes Mal trafen sich die Mitglieder der Mennonitischen Freikirche Salzburg, um gemeinsam die Auflösung der Freikirche zu beschließen. Dieser Moment war gleichzeitig der Tiefpunkt in der Geschichte der Mennonitischen Freikirche Österreich (kurz MFÖ).

Die große Frage, vor der der Vorstand der MFÖ stand war: Macht es Sinn, den Bund für die verbleibenden fünf Gemeinden aufrechtzuerhalten?

 

Im Jänner 2011 trafen sich daraufhin alle Ältesten der fünf Mennonitischen Freikirchen zur gemeinsamen Klausur. Dabei entdeckten sie, dass alle Gemeinden mit den selben Problemen kämpften: es gab Konflikte in den Gemeinden, es war schwierig, Mitarbeiter zu finden und neue Älteste zu berufen.

Folglich kam die Frage auf: Wie könnte ein Bund helfen, diese Probleme zu lösen? Es war die Geburtsstunde von ‘MFÖ neu‘, dem neuen Verständnis des Bundes!

 

Der Vorstand der MFÖ befasste sich mit den Ergebnissen der Klausur und entdeckte dabei 5 Punkte, wo der Bund den Gemeinden helfen sollte. 

 

Identität stiften

‘Wer sind die Mennoniten, was glauben sie und woher kommt der Name?‘

Der Bund sollte den Gemeinden helfen, ihre eigene Identität wie auch die des Bundes zu entdecken. 

 

Leiternachwuchs fördern

Die Ältesten einer Gemeinde sind meist zu beschäftigt, um neben ihren Aufgaben in der Gemeinde den Leiternachwuchs zu fördern. Der Bund könnte hierbei helfen, die nächste Generation im Fokus zu haben.

 

Biblische Leiterschaft verwirklichen

Wenn es Probleme in der Leitung gibt, oder sich eine Gemeinde mit den “falschen” Themen beschäftigt, wer kann da helfen?

Im Neuen Testament halfen die Apostel den Gemeinden, biblische Leiterschaft zu verwirklichen. Heute sollte der Bund diese Funktion übernehmen. 

 

Gemeindewachstum fördern

Der Bund hat viele Kontakte zu diversen Missionsgesellschaften, wie auch zur Weltkonferenz der Mennoniten. Von daher hat er die Möglichkeit, Impulse für den Gemeindewachstum in die Gemeinden zu bringen.

 

Neue Gemeinden gründen

Eine Tochtergemeinde zu gründen, würde eine einzelne Gemeinde überfordern. Aber wenn alle fünf Mennonitischen Freikirchen zusammenhelfen, dann sollte es möglich sein, dies zu realisieren.

 

Es ist traurig, dass wir die Gemeinde in Salzburg verloren haben. Dieser traurige Moment hat aber dazu beigetragen, dass neues Leben in den Bund eingekehrt ist. Und so hat der Tod zu neuem Leben geführt.

Beginn eines langen Leidensweges

Autor: Hermann Heidebrecht

Die schwerste Zeit für die Mennoniten in Russland kam nach der Oktoberrevolution 1917, als die Bolschewiken die Macht an sich rissen. In Russland entbrannte ein schwerer Bürgerkrieg (1917 - 1922/23). Es gab mehrere Gruppierungen, die sich gegenseitig bekämpften. Besonders die anarchistischen Terrorbanden von Nestor Machno wurden in diesen Jahren zum Schrecken vieler Mennoniten. Sie überfielen regelmäßig die mennonitischen Dörfer. So wurden in einem Dorf Eichenfeld in einer Nacht 77 Männer und 4 Frauen ermordet. Noch mehr Opfer forderte der Flecktyphus, der auch durch die Machnowzen in die Dörfer geschleppt wurde. Ganze Familien starben aus. Im Dorf Schönhorst starben 132 von den 350 Bewohnern, in Chortiza 180 von 676. Über 10 % der Bevölkerung in den Dörfern starb durch die Epidemie.

 

Hunger

Nach all den Jahren erbitterter Kämpfe lag die Wirtschaft in den mennonitischen Dörfern völlig am Boden. Die sogenannten Beschaffungstrupps der neuen sowjetischen Regierung beschlagnahmten die landwirtschaftlichen Produkte. So wurde den Bauern auch das letzte Getreide genommen. Eine schreckliche Hungersnot brach aus. Nach schwierigen Verhandlungen mit den Bolschewiken ist es amerikanischen und holländischen Mennoniten gelungen, Nahrungsmittel und Kleider ihren leidenden Glaubensbrüdern zu überbringen.

 

Verbot der Auswanderung

Mennonitische Delegierte erkundigten sich in Amerika über Auswanderungsmöglichkeiten dorthin. Sie fanden viel Hilfsbereitschaft. Die kanadischen Mennoniten bemühten sich bei der Regierung um die Einreiseerlaubnis, besorgten Kredite für die Überfahrt, außerdem mussten sie versprechen, dass die Neueinwanderer dem Staat nicht zur Last fallen würden. Zwischen 1923 und 1928 gelang den mennonitischen Hilfsorganisationen ca. 23.000 russländische Mennoniten über Deutschland nach Kanada zu bringen. 1928 stoppte die sowjetische Regierung diese Auswanderung.

 

Die Auswirkungen der Kollektivierung

Ab 1929 begann in Russland die Kollektivierung. Die Privatwirtschaft sollte durch die Kollektivwirtschaft ersetzt werden. Dadurch kam es erneut zu einer schweren Hungersnot, die allein in den Jahren 1932 - 33 ca. 10 Millionen Menschen in der Sowjetunion hinraffte. Unter den Enteigneten und Verbannten waren viele Mennoniten. Ihnen wurde das Land, das Vieh, die landwirtschaftlichen Maschinen abgenommen. Viele wurden ausgesiedelt, so dass sie ihre Dörfer und Häuser verlassen mussten. Viele sind in den Verbannungsgebieten verhungert oder an Krankheiten gestorben. Ein Teil der bedrängten Mennoniten ging in dieser Situation in die Städte, wo sie dann Arbeit und Brot gesucht haben. So wurde die Auflösung der mennonitischen Kolonien herbeigeführt.

 

Mehr über Mennoniten in Russland gibt es in Englisch in der Mennonite Encyclopedia Online (http://www.gameo.org).

 

Von Monarchisten zu Demokraten

Autorin: Nataly Venger
Übersetzung: Martje Postma 

Die Mennoniten wurden von Katharina der Großen in das russische Reich eingeladen. Wie kam es, dass die Monarchie ihre Haltung den Mennoniten gegenüber änderte, und warum geschah das?

Privilegien

Die Ansiedlung der Mennoniten begann unter Katharina II. Es war eine der Methoden, neue Gebiete zu kolonisieren – die Bevölkerungszahlen zu erhöhen, um die Wirtschaftskraft des russischen Reiches zu vergrößern. Im den von der Kaiserin geschriebenen Manifesten wurden den neuen Siedlern zusätzliche Anreize versprochen. Die aktive Emigrationspolitik für die Mennoniten eröffnete ihnen großartige wirtschaftliche Perspektiven. 'Die Mennonitischen Privilegien' wurden von der Zarin im Jahre 1788 ausgefertigt. Interessanterweise wurden anderen ethnischen Gruppen und der russischen Bevölkerung diese Privilegien nicht zuteil.

 

Moral

Paul I (1796 – 1801), Alexander I (1801 – 1825) und Nikolaus I (1825 – 1855) unterstützten die Mennoniten ebenfalls. Paul I übergab den Mennoniten eine 'Charta der Privilegien', in Anbetracht ihrer moralischen Gesinnung als Beispiel für andere Gesellschaftsgruppen. Alexander I legte neue Kolonisierungsregeln fest, in der Erwartung wohlhabender Einwanderer. Er befahl, all die früher erlassenen Gesetze in  'Statuten für die Kolonien' festzulegen. Der Monarch finanzierte den Bau von Kirchen in den Dörfern Orloff und Rudnerweide. Die Siedlung Alexanderwohl wurde benannt zu Ehren von Alexander, der Steinbach und Tiege besuchte. Die Prinzipien von Nikolaus II waren in seinem Wahlspruch 'Orthodoxie, Autokratie und Nationalität' enthalten. Auch wenn die Mennoniten Protestanten waren, unterschrieben sie den Gedanken eines 'Monarchen als Vater'. Sie bezeugten ihre Treue an die Monarchie. Noch in 1917 sprach sich Nikolaus II ebenfalls für die 'Privilegien' aus.

 

Änderung des Status

Die Modernisierung und der Prozess der Einigung, die Alexander II in die Wege leitete, war der Beginn eines neuen Kapitels in der Geschichte der Kolonien. In der Zeit von 1871 – 1847 verloren die Mennoniten ihren Status als 'Kolonisten', und wurden zum alternativen Wehrdienst herangezogen. Dennoch brachten die Reformen die Entwicklung in den Kolonien nicht zum Erliegen, vor allem, weil Alexander II die Nationalisten nicht unterstützte. Die Mennoniten behielten ihre Vorstellung von einem 'ökonomischen Messianismus' bei, die ihre Beziehung zur Monarchie bestimmte. Eine neue Siedlung wurde Alexander zu Ehren nach ihm benannt.

 

Von Monarchisten zu Demokraten

Alexander III (1881 – 1894) und Nikolaus I (1894 – 1917) wurden von nationalistischen Gefühlen beeinflusst. Unter dem Einfluß der Ideologie des Nationalismus, stellten sie die russische Nation mit der Orthodoxie gleich, und waren gegen die Protestanten. Nikolaus II unterstützte die anti-deutsche Gesetzgebung der Jahre 1914 – 1918. Lange Zeit unterstützten die Mennoniten die Monarchie. Doch brachten demokratische Prozesse in den Siedlungen die Mennoniten in einen Dialog mit der Regierung. Diese Prozesses waren in der Revolution von 1905 – 1907 begründet, und im russischen Nationalismus. Der Wandel der Haltung der Mennoniten von Unterstützern der Monarchie zu Anhängern der Demokratie und des parlamentarischen Systems nahm von dort seinen Anfang.

Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg

Autor: Johannes Dyck

In der Zeit der schweren Verfolgungen zu Stalins Zeiten haben die Mennoniten fast alle Kirchenältesten, Prediger und Versammlungshäuser verloren. Nach dem Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion im Juni 1941 wurden alle Deutschen aus dem europäischen Teil gewaltsam nach Sibirien und Zentralasien deportiert und durften ihre Wohnorte nicht verlassen. Mennoniten waren Teil dieser Katastrophe. Dazu kam, dass zu Beginn des Jahres 1942 die deutschen Männer in die Arbeiterarmee mobilisiert wurden.

 

Gebetskreise unter Deportierten

Unter unerträglichen Bedingungen in der Arbeiterarmee, oft im Angesicht des Todes, haben die Männer begonnen, zu Gott zu schreien. Sie versammelten sich zu geheimen Gebetskreisen, oft ohne Rücksicht auf Konfessionszugehörigkeit. Einen dieser Gebetskreise rief Heinrich Voth, ehemaliger Kirchenältester in Nikolaifeld 1942 ins Leben. Gott erhörte sie. Eine Wiederbelebung des Glaubens setzte ein. In vielen Orten kamen geheime Gebetskreise zustande. Im Jahr 1945 wurden viele Mennoniten, die im Krieg nach Deutschland gelangten, zurück in die Sowjetunion repatriiert. Auch sie versammelten sich zum Gebet in ihren neuen Deportationsgebieten. Wo es möglich war, schlossen sich Mennoniten russischen Baptistengemeinden an, die während des Krieges wieder erlaubt wurden.

 

Nach Stalin

Nach dem Tod des Diktators Stalin im Jahr 1953 setzte politisches Tauwetter ein. Im Jahr 1956 kamen alle Deutschen aus der Verbannung frei. Die Unterdrückung des Glaubens gab etwas nach und in vielen Dörfern haben mutige Männer die in den früheren Jahren Bekehrten getauft. So entstanden in den ehemaligen Verbannungsorten kleine Dorfgemeinden. Befreit von der Verbannung zogen die Deutschen, unter ihnen auch die Mennoniten, in den Süden des Landes, vornehmlich nach Kasachstan und Kirgisistan, wo sie neue Gemeinden gründeten oder sich den bestehenden russischen Baptistengemeinden anschlossen. Die Letzten waren den Mennoniten-Brüdergemeinden sehr ähnlich. So bildete sich eine neue Gemeindegeographie heraus.

 

Wehrlosigkeit als Grund für Ablehnung

Das Tauwetter, zumindest in Bezug auf Religion, endete im Jahr 1958, und es setzte eine neue Verfolgungswelle ein. Aufgrund ihrer traditionellen Wehrlosigkeit wurden die Mennoniten als reaktionäre staatsfeindliche Sektierer abgestempelt. Ihre Gemeinden wurden in die Liste der offiziell zugelassenen Glaubensrichtungen nicht aufgenommen; sie hatten keine Chance, offizielle Anerkennung zu erlangen. Dieses änderte sich erst im Jahr 1966, was zur Legalisierung der ersten Mennoniten- und Mennoniten-Brüdergemeinden führte. Viele Menschen mit mennonitischen Hintergrund schlossen sich aber auch Baptistengemeinden an.

 

Quelle: And When They Shall Ask. A Docu-Drama of the Russian Mennonite Experience (1984/2010) dvd. www.mennonitemediasociety.com

 

 

 

Auf Spendenbasis

Autorin: Beate Zipperer

Mennonitische Gemeinden finanzieren sich durch Spendengelder der Mitglieder. In unserer Gemeinde zahlen Glieder einen monatlichen Betrag, dessen Höhe sie nach einer Selbsteinschätzung ihrer finanziellen Situation festlegen. Die biblisch begründete Zahlung des Zehnten ist für die Meisten ein Orientierungspunkt, dem man nach Möglichkeit nach-kommt.

Als weitere kleine Einnahmequelle dient in unserer Gemeinde die Vermietung der Räume. Gegen einen Mietbeitrag können die Räume von Privat-Personen oder Institutionen für Feiern oder Seminare angemietet werden.

Die Unterhaltskosten für unser Gemeindezentrum, alle anfallenden Reparaturen, Heizkosten, Gehaltskosten, aber auch sämtliche Ausgaben für Veranstaltungen wie besondere Gottesdienste, Konzerte oder die jährlich stattfindende Kinderbibelwoche usw. werden über die regelmäßig eingehenden Mitgliedsbeiträge abgedeckt.

 

Sammlungen

Auch in den wöchentlichen Opfersammlungen während des Sonntagsgottesdienstes sammeln wir Gelder für die zu bewältigenden Ausgaben der Gemeinde. Zweckgebunden gesammelt und weitergeleitet werden hier auch Gelder für mennonitische Werke und Zusammenschlüsse: z.B. im Süden Deutschlands, das juwe (Jugendwerk süddeutscher Mennonitengemeinden e.V.);der VdM (Verband deutscher Mennonitengemeinden), aber auch deutschlandweit zusammengeschlossen: AMG (Arbeitsgemeinschaft deutscher Mennonitengemeinden); DMFK (Deutsches mennonitisches Friedenskomitee); DMMK (Deutsches mennonitisches Missionskomitee); CD (Christliche Dienste) usw.

Ebenso weltweit zusammengeschlossen: MWC (Mennonite World Conference).

 

Durch den verantwortungsvollen Umgang mit den gespendeten Geldern und des jährlich offengelegten Rechenschaftsberichtes darüber, ist es auch für unsere Gemeinde möglich, unabhängig von staatlicher Kontrolle, autark und autonom zu sein und sich vor Ort und in der Welt an Gottes Reichbau zu beteiligen.

 

'...Frei im christlichen Glauben...'

Autor: Alfred R. van Wijk
Übersetzung: Martje Postma 

Die Mennoniten kennen die Erwachsenentaufe, die auf ein selbst erstelltes Glaubensbekenntnis hin geschieht. Ihre Glaubenserziehung erfolgt also über einen längeren Zeitraum. Diese ist sowohl auf Vorschulkinder wie auch auf junge Erwachsene gerichtet, die sich auf ihre Taufe vorbereiten wollen.

 

Keine feste Glaubenslehre

Heutzutage wird in vielen Gemeinden am Sonntagmorgen Vorschulkindern eine Themenfeier mit eigenem Ritual angeboten, wobei Bilderbücher von hoher Qualität dem Thema Inhalt geben. Diese Feiern sind in der von Corien van Ark entwickelten Methode 'Komm in den Kreis'- 'Kom in de kring', begründet. Für die Vorbereitung von Täuflingen gibt es katechetische Stunden, die oft von dem Buch 'Berührt durch den Ewigen','Aangeraakt door de Eeuwige', Gebrauch machen, eine Methode, die unter der Redaktion von Gerke van Hiele geschrieben wurde. Dabei geht es nicht darum, eine fest umschriebene Glaubenslehre zu übertragen. Für jedes Zusammenkommen werden in einem Rahmentext Bibeltexte, Lieder, Gesprächspunkte, Formen kreativer Bearbeitung und zusammenfassende Fragen angeboten, die gemeinsam bearbeitet werden können. Daneben ist dies für Menschen über 18 die Möglichkeit, an einem kurzen Kurs teilzunehmen, der junge Erwachsene darauf vorbereitet, als Laienprediger einer Gemeinde das Wort zu verkündigen.

 

Persönlich erlebtes Glaubensbekenntnis

Sowohl 'Kom in de kring' als 'Aangeraakt door de Eeuwige' richten sich auf die Bildung eines persönlich erlebten Glaubens. Hierzu wurde schon seit den Nachkriegsjahren durch zumeist weibliche Glaubenserziehende Material zusammengetragen, in Gestalt eines Plans für Sonntagschularbeit, Kinderbücher mit Schlüssel- und Spiegelgeschichten und eines Ratgebers für Eltern.

 

Von Wissensübertragung zur Glaubensbildung

In der Rückschau auf die geschichtliche Entwicklung der täuferischen Glaubenserziehung hat diese Glaubensbildung allmählich die Wissensübertragung ersetzt. Erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde auf Bitten von Eltern die Glaubenserziehung durch die Gemeinde angegangen. Davor wurde diese als Aufgabe der Eltern angesehen. In dem Lehrmaterial war neben dem Nachdruck auf ein tugendhaftes Leben und Bibelkenntnis eine auswendig zu lernende Glaubenslehre enthalten. Die Erlösung des Menschen, die Christologie, die Taufe und das Abendmahl erhielten einen immer größeren Stellenwert. Im achtzehnten Jahrhundert erhielt die gemäßigte Aufklärung mehr und mehr Bedeutung in der Glaubenserziehung. Die Täufer hatten dabei eine Vorreiterrolle, insofern als sie in ihren Lehrbüchern den Zusammenhang zwischen den Naturwissenschaften und dem Kennen von Gott aufnahmen. In dem darauf folgenden Jahrhundert sollte unter Einfluss der akademischen Bibelkritik der Modernismus entstehen, der auch die Katechese in liberalere Gewässer leitete. Diese Freisinnigkeit, die ein persönliches Glaubenserleben und einen individuellen Glaubensinhalt förderte, bestimmt bis zum heutigen Tage die Erziehung im Glauben.

 

Quelle: Gerke van Hiele, Encoutering the Eternal One: quide for Mennonite Churches (Pandora Press, Canada).